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EISBÄREN (Ursus maritimus)

Sie sind die größten an Land lebenden Raubtiere der Welt. Der auch Polarbär genannte enge Verwandte der Braunbären kommt ausschließlich zirkumpolar in der Arktis, also in der Polarregion rund um den Nordpol, vor.

Beim Körperbau unterscheiden sich Eisbären von anderen Bärenarten durch einen langen Hals und einen relativ kleinen, flacheren Kopf, außerdem fehlt ihnen der Muskelberg am Nacken. Die Augen sind verhältnismäßig klein. Die Ohrmuscheln sind nach vorne aufgerichtet und rund geformt. Wie die meisten Bären besitzen Eisbären 42 Zähne. Ihre Vorderbeine sind lang und kräftig, die großen Vordertatzen sind paddelförmig ausgebildet und mit Schwimmhäuten versehen, was ein schnelles Schwimmen ermöglicht. Auf den muskulösen Hinterbeinen können sich die Eisbären zu maximaler Höhe erheben (etwa bei Kämpfen oder für besseren Rundblick), die Hintertatzen dienen beim Schwimmen als Steuerruder. Die Fußsohlen sind dicht behaart, was dem Kälteschutz dient und auch das Ausrutschen auf dem Eis verhindert. Das gelblich-weiße Fell stellt in eisigem Umfeld eine Tarnung dar. Es ist zudem sehr dicht, ölig und wasserabweisend. Unter der schwarzen Haut (die bei Babys noch rosa ist) befindet sich eine 5 bis 10 Zentimeter dicke Fettschicht. Die äußeren Fellhaare des Eisbären sind hohl, was zusätzlich für eine hervorragende Wärmedämmung sorgt und zusammen mit der Speckschicht den Auftrieb beim Schwimmen erhöht. Erwachsene männliche Eisbären erreichen im Durchschnitt eine Kopf-Rumpf-Länge von 2,40 bis 2,60 Metern, in Einzelfällen sogar von bis zu 3,40 Metern. Die Schulterhöhe beträgt bis zu 1,60 Meter, das Gewicht variiert zwischen 300 und 800 (durchschnittlich 420 bis 500) Kilogramm. Bei Weibchen erreicht die Kopf-Rumpf-Länge im Durchschnitt 1,90 bis 2,10 Meter, max. 2,50 Meter. Das Körpergewicht liegt bei ihnen zwischen 150 und 300 Kilogramm. Das Gewicht hängt wesentlich vom Ernährungszustand der Tiere ab: im Sommer wiegen ausgehungerte Eisbären deutlich weniger als während der Zeit winterlicher Robbenjagd. Eine Rolle spielen auch regionale Größenunterschiede. So leben auf Spitzbergen die kleinsten, in der Nähe der Beringstrasse die größten Exemplare. Wie alle Bärenarten besitzen auch Eisbären nur einen Stummelschwanz von 7 bis 13 cm Länge.

Trotz seiner gewaltigen Größe ist der Eisbär aber sehr schnell. Bei seiner Jagd auf Beute kann er bis zu 40 Kilometer in der Stunde zurücklegen.

Schon seit jeher wurden die Eisbären von den indigenen (ursprünglichen, eingeborenen) Völkern Nordasiens und Nordamerika aufgrund ihres Fells und Specks gejagt, aber erst die intensivierte Bejagung aufgrund kommerzieller Nutzung und insb. zur Trophäenjagd im 20. Jahrhundert führte zur drastischen Schrumpfung der Populationen in den 1950er und 1960er Jahren. Durch diverse Schutzmaßnahmen hat sich die Zahl inzwischen wieder von weltweit insgesamt nur geschätzten 5.000 - 10.000 Tieren auf etwa 20.000 - 25.000 Tiere erhöht, allerdings sind in jüngerer Zeit zwei weitere Faktoren für die Bedrohung des Eisbären maßgeblich geworden: die Einschränkung ihres Lebensraumes durch verstärkte Förderung von Erdöl und Erdgas, sowie die globale Erwärmung.

 

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